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Renditeimmobilie: Wohnung kaufen und vermieten

Bearbeitungsgebühren des Kreditgebers für die Gewährung Ihrer Hypothek

Eine Mietinvestition in der Schweiz bedeutet nicht einfach, eine Wohnung zu kaufen, einen Mieter zu finden und Miete einzunehmen. Der eigentliche Kern einer Mietinvestition ist präziser: Die Immobilie muss nachhaltige Mieterträge erzielen, ihre Kosten tragen, für einen Kreditgeber (Bank, Versicherung oder Pensionskasse) finanzierbar bleiben und nach Steuern, Unterhalt, Leerstand und Amortisation eine ausreichende Marge behalten. Genau diese Marge unterscheidet einen einfachen Kauf zur Vermietung von einer echten Renditeliegenschaft.

Im allgemeinen Sprachgebrauch umfasst die Mietinvestition mehrere Realitäten: Oft spricht man von Immobilieninvestition, Mietanlage, Anlage in Immobilien oder Investition in «Betongold». In der Praxis bleibt die Frage dieselbe: Soll man kaufen, um zu vermieten, mit oder ohne Hypothek, und unter welchen Bedingungen kann das Projekt rentabel bleiben? In der Schweiz hängt diese Antwort stark vom Kaufpreis, vom Kanton, vom Steuerprofil, vom Mietniveau, vom Kreditgebertyp und von der Hypothekarstruktur ab.

Ziel dieses Leitfadens ist es, Ihnen eine klare Methode zu geben, um ein Mietimmobilienprojekt zu analysieren, zu optimistische Berechnungen zu vermeiden und zu verstehen, weshalb die Begleitung durch einen Hypothekenberater die Qualität der erhaltenen Angebote verbessern kann. Eine gute Finanzierung macht aus einer schlechten Immobilie kein gutes Geschäft. Eine gut strukturierte Hypothek kann jedoch die Rendite des Eigenkapitals verbessern, Liquidität erhalten und ein Mietinvestitionsprojekt widerstandsfähiger gegenüber Unvorhergesehenem machen.

Mietinvestitionen in der Schweiz verstehen

Einfache Definition: eine Immobilie kaufen, um sie zu vermieten

Eine Mietinvestition besteht darin, eine Immobilie zu erwerben, die ganz oder teilweise vermietet werden soll, um Einkommen zu erzielen. Bei einer Mietinvestition kann es sich um eine Wohnung, ein aufgeteiltes Haus, ein ganzes Mehrfamilienhaus, ein Geschäftslokal, eine gemischt genutzte Immobilie oder um eine Immobilie innerhalb einer breiteren Vermögensstrategie handeln. Die Logik «kaufen und vermieten» ist also eine Einkommenslogik, nicht nur eine Eigentumslogik.

Der Unterschied zum Kauf des eigenen Hauptwohnsitzes ist klar. Bei einer Wohnung, die Sie selbst bewohnen, konzentriert sich die Bank zuerst auf Ihr persönliches Einkommen, Ihre finanzielle Tragbarkeit und Ihr Eigenkapital. Bei einer Renditeliegenschaft analysiert der Kreditgeber auch die Fähigkeit des Objekts, ein regelmässiges Ergebnis zu erzielen. Bei einer Mietinvestition ist die Miete nicht nur ein Bonus: Sie wird Teil des finanziellen Nachweises.

Eine Mietimmobilieninvestition muss daher wie ein kleines Unternehmen betrachtet werden. Der Kaufpreis ist die Eintrittsinvestition. Die Mieten sind der Umsatz. Kosten, Zinsen, Verwaltungshonorare, Arbeiten und Steuern reduzieren das Ergebnis. Selbst ein kurzer Leerstand kann einen Teil der Jahresrendite auslöschen. Der häufige Fehler besteht darin, nur die Bruttorendite zu betrachten, also die Jahresmiete geteilt durch den Kaufpreis.

Mögliche Formen der Immobilieninvestition

Es gibt mehrere Möglichkeiten, in Immobilien zu investieren in der Schweiz. Für eine erste Mietinvestition ist der direkteste Weg, eine Wohnung zu kaufen und zu vermieten. Diese Option ist verständlich, konzentriert das Risiko aber auf einen einzigen Mieter und ein einziges Stockwerkeigentum. Ein Monat ohne Mieter, eine notwendige Renovation oder höhere Stockwerkeigentumskosten wirken sich sofort aus.

Der Kauf eines kleinen Mehrfamilienhauses mit mehreren Wohnungen verteilt das Risiko besser. Wenn eine Wohnung leer steht, fliessen die übrigen Mieten weiter. Im Gegenzug ist der Eigenmitteleinsatz höher, die Verwaltung anspruchsvoller und die Kreditgeber prüfen das Dossier professioneller. Das ist der klassische Bereich der Renditeliegenschaft.

Eine gemischt genutzte Immobilie, zum Beispiel ein Geschäft im Erdgeschoss und Wohnungen in den oberen Stockwerken, kann eine interessante Rendite erzielen, bringt aber ein spezifisches Risiko mit sich: Die Wiedervermietung eines Geschäftslokals dauert manchmal länger als die einer Wohnung. Eine Mietimmobilienanlage kann auch die Form einer Zweitwohnung annehmen, die einen Teil des Jahres vermietet wird. Dieses Modell hängt jedoch stark von lokalen Regeln, der kantonalen Besteuerung, der Saisonalität und den Vermietungsbeschränkungen ab.

Die Rentabilität vor der Finanzierung berechnen

Bruttorendite, Nettorendite und Eigenkapitalrendite

Um die Rentabilität einer Mietinvestition zu berechnen und dann eine Mietinvestition zu validieren, müssen drei Ebenen unterschieden werden. Bei einer Mietinvestition misst die Bruttorendite die Jahresmiete im Verhältnis zum Kaufpreis. Sie ist schnell berechnet, aber zu unvollständig. Die Nettorendite zieht die wiederkehrenden Kosten ab: Unterhalt, Versicherungen, Verwaltungskosten, nicht überwälzbare Nebenkosten, geschätzter Leerstand und Hypothekarzinsen. Die Eigenkapitalrendite misst, was Ihr eingesetztes Kapital tatsächlich abwirft.

Ein einfaches Beispiel: Eine Immobilie, die für CHF 800’000.– gekauft und für CHF 32’400.– pro Jahr vermietet wird, weist eine Bruttorendite von 4,05% aus. Wenn die Unterhaltskosten CHF 8’000.– pro Jahr betragen, sinkt der Ertrag vor Steuern und vor Finanzierung auf CHF 24’400.–. Ohne Hypothek muss dieses Ergebnis mit einem gebundenen Kapital von rund CHF 824’000.– verglichen werden, wenn indikative Erwerbskosten von 3% eingerechnet werden. Die scheinbare Rendite beträgt damit etwa 2,96% vor Steuern.

Bei einer Mietinvestition mit Hypothek verändert sich die Berechnung. Die Zinsen reduzieren das steuerbare Einkommen und das verfügbare Nettoeinkommen, aber der Eigenmitteleinsatz ist geringer. Das ist der Hebeleffekt: Er kann die Eigenkapitalrendite verbessern, erhöht aber auch die Empfindlichkeit gegenüber Zinsen, Leerstand und Arbeiten. Ein nützlicher Mietinvestitionsrechner muss daher immer Kosten, Zinsen, Amortisation und eine Sicherheitsmarge berücksichtigen, nicht nur Preis und Miete.

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Häufig vergessene Kosten

Ein Kauf zur Vermietung wird fragil, wenn die anfängliche Berechnung unregelmässige Kosten ignoriert. Eine Heizung, eine Fassade, ein Dach, Fenster oder eine Sanitärleitung werden nicht jedes Jahr bezahlt, aber früher oder später müssen sie bezahlt werden. Für eine erste Berechnung ist 1% des Kaufpreises pro Jahr für den Unterhalt eine vorsichtige Grundlage, die je nach Alter und Zustand des Gebäudes anzupassen ist.

Auch Kosten für Wiedervermietung, Inserate, allfällige Verwaltungshonorare, Besteuerung der Mieterträge, Vermögenssteuer auf Immobilien, Stockwerkeigentumskosten, Versicherungsprämien und nicht überwälzbare Arbeiten müssen berücksichtigt werden. Eine Mietinvestition ist kein passives Einkommen im strengen Sinn. Auch mit Verwaltung muss der Eigentümer entscheiden, abwägen und finanzieren.

Mit oder ohne Hypothek kaufen

Szenario 1: Kauf ohne Hypothek

Bei einer Mietinvestition bietet ein Kauf ohne Schulden grosse Sicherheit. Es gibt keine Zinsen zu zahlen, keine Hypothekarerneuerung, kein Risiko steigender Zinsen und keinen Druck durch Amortisation. Für einen Anleger, der sein Vermögen stabilisieren möchte, kann eine Investition in Immobilien ohne Hypothek stimmig sein.

Der Nachteil sind die Opportunitätskosten: Das gesamte Kapital ist in einem einzigen Vermögenswert gebunden. Wenn die Immobilie CHF 800’000.– wert ist, ist der erforderliche Eigenmitteleinsatz sehr hoch. Diese Wahl kann die Diversifikation reduzieren und die Fähigkeit einschränken, andere Projekte zu finanzieren. Sie kann auch die steuerlichen Abzüge im Zusammenhang mit Zinsen verringern, da keine Schuld besteht.

RubrikSzenario ohne Hypothek
PreisCHF 800’000.–
EigenmittelCHF 800’000.–
HypothekarbetragCHF 0.–
Erwerbskosten (Notar, Handänderung, Grundbuch usw.)CHF 24’000.– (3%)
Jährliche SchuldzinsenCHF 0.–
UnterhaltskostenCHF 8’000.– pro Jahr (1%)
Für das Beispiel berücksichtigte JahresmietenCHF 32’400.–
Ertrag vor Steuern nach UnterhaltCHF 24’400.–
Indikativer steuerlicher Abzug im Zusammenhang mit der ImmobilieCHF 8’000.– Unterhaltskosten, gemäss anwendbaren Steuerregeln

In diesem Szenario ist der Ertrag stabiler, aber die Rendite auf dem eingesetzten Kapital bleibt moderat. Der Eigentümer kann steuerlich zugelassene Unterhaltskosten in der Regel in seiner Steuererklärung geltend machen. Der Mietertrag ist steuerbar und wird anschliessend um die erlaubten Abzüge reduziert. Die genauen Beträge hängen vom Kanton, von der Art der Kosten und von der persönlichen Situation ab.

Szenario 2: Kauf mit einer Hypothek von 60%

Mit einer Hypothek von 60% finanziert der Anleger CHF 480’000.– über Fremdkapital und bringt CHF 320’000.– ohne Erwerbskosten ein. Bei 2% Zins betragen die jährlichen Zinsen CHF 9’600.–. Wenn die direkte Amortisation 3% pro Jahr des aufgenommenen Betrags beträgt, kommen CHF 14’400.– jährliche Rückzahlung hinzu. Diese Amortisation reduziert die Schuld, stellt aber keinen steuerlich abzugsfähigen Aufwand dar.

RubrikSzenario mit 60%-Hypothek
PreisCHF 800’000.–
EigenmittelCHF 320’000.–
HypothekarbetragCHF 480’000.–
Erwerbskosten (Notar, Handänderung, Grundbuch usw.)CHF 24’000.– (3%)
Jährliche SchuldzinsenCHF 9’600.–
UnterhaltskostenCHF 8’000.– pro Jahr (1%)
Jährliche direkte AmortisationCHF 14’400.– (3% von CHF 480’000.–)
Für das Beispiel berücksichtigte JahresmietenCHF 32’400.–
Ertrag vor Steuern nach Unterhalt und ZinsenCHF 14’800.–
Cashflow nach direkter AmortisationCHF 400.–
Indikativer steuerlicher Abzug im Zusammenhang mit der ImmobilieCHF 17’600.–: Zinsen CHF 9’600.– + Unterhalt CHF 8’000.–, vorbehaltlich der anwendbaren Regeln

Für eine Mietinvestition ist der Unterschied wesentlich. Ohne Hypothek erzielt das Beispiel CHF 24’400.– vor Steuern nach Unterhalt. Mit Hypothek sinkt der Ertrag vor Steuern nach Unterhalt und Zinsen auf CHF 14’800.–, aber das gebundene Eigenkapital ist deutlich tiefer. Nach direkter Amortisation ist der Cashflow mit CHF 400.– fast neutral. Das heisst nicht, dass das Geschäft schlecht ist: Ein Teil der Miete tilgt die Schuld und erhöht schrittweise den Netto-Eigentumsanteil. Es zeigt aber, dass eine Mietinvestition auf dem Papier rentabel und in der Liquidität angespannt sein kann.

Diese Werte sind indikativ und variieren je nach Kreditgeber, Profil des Kreditnehmers, kantonaler Besteuerung, Alter des Gebäudes, nachhaltigen Mieten und Bewertungsregeln. Sie stellen weder ein Finanzierungsangebot noch eine Zinszusage dar.

Struktur einer Hypothek für eine Renditeliegenschaft

Festzins, SARON, Mix und Laufzeit

Wenn Sie mit einer finanzierten Mietinvestition in Immobilien investieren, muss die Wahl des Zinssatzes mit der Stabilität der Mieten und Ihrer Risikotoleranz verbunden sein. Eine Festhypothek über 10 Jahre schafft Planungssicherheit: Die Finanzierungskosten sind bekannt, was die Renditeberechnung vereinfacht. Sie kann jedoch weniger vorteilhaft werden, wenn die Zinsen stark fallen.

Eine SARON-Hypothek mit variablem Zinssatz kann interessant sein, wenn der Anleger eine Veränderung der Finanzierungskosten akzeptiert. Sie erfordert eine grössere Liquiditätsreserve, da die Mieterträge nicht automatisch steigen, wenn die Zinsen steigen. Eine Mischstruktur, zum Beispiel ein fester Teil und ein SARON-Teil, kann das Risiko verteilen. Bei einem Mietimmobilienprojekt geht es nicht darum, den besten Zinssatz zu erraten, sondern zu vermeiden, dass eine einzige Erneuerung die gesamte Rentabilität unter Druck setzt.

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Warum Kreditgeber nicht alle gleich rechnen

Zwei Kreditgeber können dieselbe Renditeliegenschaft prüfen und zu zwei unterschiedlichen Antworten kommen. Einige bewerten das Objekt anhand von Marktvergleichen, andere durch Kapitalisierung der Mieten. Manche berücksichtigen die aktuellen Mieten, andere die als nachhaltig beurteilten Mieten. Einige wenden einen hohen theoretischen Belastungssatz an, um die Widerstandsfähigkeit des Dossiers zu testen, selbst wenn der ausgehandelte Zinssatz tiefer ist.

Die FINMA weist darauf hin, dass bei Renditeliegenschaften die Tragbarkeit in erster Linie auf Basis des Ergebnisses geprüft wird, das die Immobilie erwirtschaftet, und dass die Selbstregulierung der Banken einen Mindeststandard darstellt. In der Praxis können Banken, Versicherungen und Pensionskassen eigene Kriterien verschärfen. Das ist einer der Gründe, weshalb ein Hypothekenberater Wert schaffen kann: Er weiss, welche Kreditgeber besser zu einer Mietimmobilienanlage, einem älteren Objekt, einer hohen Belehnung oder atypischen Mieterträgen passen.

Steuern: was die Rendite wirklich verändert

Mietertrag, Zinsen und Unterhalt

In der Schweiz ist der Ertrag aus der Vermietung einer Mietinvestition grundsätzlich steuerbar. Im Gegenzug kann der Eigentümer die zugelassenen Kosten abziehen, insbesondere Unterhaltskosten und Hypothekarzinsen im Rahmen der anwendbaren Grenzen. Bei einer Mietinvestition muss die Besteuerung deshalb von Beginn an einbezogen werden. Bei einer Mietinvestition kann eine attraktive Rendite vor Steuern nach Steuern mittelmässig werden, wenn die Kosten unterschätzt wurden.

Im Beispiel mit Hypothek beträgt der Betrag, der indikativ als immobilienbezogener Abzug geltend gemacht werden kann, CHF 17’600.–: CHF 9’600.– Zinsen und CHF 8’000.– Unterhaltskosten. Die direkte Amortisation von CHF 14’400.– ist nicht als Aufwand abzugsfähig, weil sie die Schuld zurückzahlt. Sie verbessert die Vermögensbilanz, reduziert aber die verfügbare Liquidität.

Die in der Abstimmung vom 28. September 2025 angenommene Bundesreform sieht die Abschaffung der Besteuerung des Eigenmietwerts per 1. Januar 2029 vor. Gemäss ESTV wird der Abzug von Unterhaltskosten für selbstbewohnte Wohnungen abgeschafft, nicht aber für vermietete oder verpachtete Wohnungen. Schuldzinsen werden einer neuen proportionalen Begrenzung unterliegen. Für einen Kauf zur Vermietung muss deshalb weiterhin zwischen selbst genutzten Immobilien und vermieteten Immobilien unterschieden werden.

Glückliches Paar investiert in eine Mietimmobilie mit einer ausgezeichneten Hypothek

Kanton, Erwerbskosten und Immobiliensteuer

Die Erwerbskosten variieren stark je nach Kanton: Handänderungsabgaben, Gebühren des Grundbuchamts, Notar, Schuldbrief, Bankgebühren und allfällige Beratungskosten. Der in den Tabellen verwendete Satz von 3% ist eine Arbeitshypothese. Er kann in manchen Kantonen zu hoch und in anderen zu tief sein, je nach genauer Struktur der Transaktion.

Die kantonale Besteuerung beeinflusst ebenfalls die Mietimmobilieninvestition: Vermögenssteuer, Steuerwert der Immobilie, pauschale oder effektive Abzüge, allfällige Liegenschaftssteuer, Behandlung von Renovationen und Steuertarif des Eigentümers. Ein Anleger, der in einem Kanton wohnt und in einem anderen Kanton Eigentümer ist, muss die interkantonale Aufteilung prüfen. Um richtig in Immobilien zu investieren, müssen der Standortkanton der Immobilie und der Steuerwohnsitzkanton gemeinsam analysiert werden.

Entscheiden, ob die Immobilie gekauft werden sollte

Die Fragen vor dem Angebot

Bevor ein Angebot für eine Mietinvestition abgegeben wird, sollte ein Anleger die aktuellen Mieten, den Mieterspiegel, die Kosten der letzten drei Jahre, beschlossene oder absehbare Arbeiten, die Protokolle der Stockwerkeigentümerversammlung und den Stand des Erneuerungsfonds, Versicherungen, bereits durchgeführte grössere Renovationen sowie das Mietniveau im Verhältnis zum lokalen Markt verlangen. Eine Mietinvestition sollte nicht nur gekauft werden, weil sie verfügbar ist.

Ausserdem müssen drei ungünstige Annahmen getestet werden: ein höherer Zinssatz, eine Wohnung, die drei Monate leer steht, und CHF 20’000.– unvorhergesehene Arbeiten. Wenn das Projekt keine dieser Situationen tragen kann, ist der Preis wahrscheinlich zu hoch oder der Eigenmitteleinsatz zu tief. In Mietimmobilien zu investieren verlangt weniger Optimismus als Disziplin.

Fehler, die vermieden werden sollten

Der erste Fehler besteht darin, Bruttorendite und tatsächliche Rentabilität zu verwechseln. Der zweite besteht darin zu glauben, dass der gesamte Unterhalt von den Mietern bezahlt wird. Der dritte ist, Leerstand oder die Dauer der Wiedervermietung zu unterschätzen. Der vierte ist, ein langfristig zu haltendes Objekt zu kurz zu finanzieren. Der fünfte ist, die Hypothekarerneuerung zu vernachlässigen: Ein heute tiefer Zinssatz garantiert nicht dieselben Kosten in fünf oder zehn Jahren.

Ein weiterer Fehler besteht darin, ein steuerlich oder technisch komplexes Objekt ohne Beratung zu kaufen. Eine alte Immobilie mit zu ersetzender Heizung, eine schlecht isolierte Wohnung, ein Stockwerkeigentum mit unzureichendem Erneuerungsfonds oder ein leeres Geschäftslokal kann aus einer Mietanlage eine Quelle negativer Liquidität machen. Die Investition in Immobilien bleibt greifbar, ist aber nicht automatisch sicher.

Warum ein Hypothekenberater sinnvoll ist

Kreditgeber vergleichen, statt nur eine einzige Einschätzung hinzunehmen

Ein Hypothekenberater dient nicht nur dazu, einen Zinssatz zu suchen. Seine Aufgabe ist es, das Dossier vorzubereiten, die Immobilie korrekt zu präsentieren, passende Kreditgeber zu identifizieren und die Angebote über ihre gesamte Struktur zu vergleichen: Zinssatz, Laufzeit, Amortisation, Ausstiegsbedingungen, Eigenmittelanforderungen, Bearbeitungsgebühren, berücksichtigte Bewertung und künftige Flexibilität.

Bei einer Immobilieninvestition ist dieser Vergleich oft wichtiger als bei einem Hauptwohnsitz. Dasselbe Dossier kann von einem Kreditgeber abgelehnt und von einem anderen mit einer anderen Belehnung akzeptiert werden. Ein erfahrener Berater weiss auch, wie man vermeidet, ein schlecht vorbereitetes Dossier an zu viele Institute zu senden, was der Verhandlung schaden kann.

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Ein Projekt in ein finanzierbares Dossier verwandeln

Ein gutes Dossier für eine Mietinvestition zeigt den Preis, den Eigenmitteleinsatz, die Mieten, die Kosten, den Zustand der Immobilie, geplante Arbeiten, die Zinsstrategie, die geschätzte Besteuerung und eine Liquiditätsreserve. Es verspricht keine unrealistische Rendite. Es zeigt, dass der Anleger das Risiko zu steuern weiss. Genau diese Qualität der Vorbereitung kann die Antworten der Kreditgeber beschleunigen und die Konditionen verbessern.

Wenn Sie planen, in Immobilienvermietung zu investieren, ist der erste sinnvolle Schritt nicht immer die Besichtigung einer Immobilie. Oft ist es eine Einschätzung der Kreditfähigkeit und eine Renditesimulation mit mehreren Verschuldungsniveaus. So wissen Sie, ob Sie eine Wohnung, ein kleines Mehrfamilienhaus, ein gemischtes Objekt anvisieren oder zunächst Ihr Eigenkapital stärken sollten.

Eine gute Mietinvestition entscheidet sich vor dem Kauf

Eine erfolgreiche Mietinvestition beruht auf einem stimmigen Preis, realistischen Mieten, einer tragbaren Hypothek, verstandenen Steuerfolgen und einer Reserve für Unvorhergesehenes. Die Finanzierung kann die Eigenkapitalrendite verbessern, sie kann aber auch die Liquidität schwächen, wenn Amortisation, Zinsen und Arbeiten schlecht antizipiert werden.

Der richtige Ansatz besteht darin, mehrere Szenarien zu vergleichen: ohne Schuld, mit moderater Schuld, mit direkter oder indirekter Amortisation, wenn möglich, mit Festzins, SARON oder einer Kombination. Ziel ist nicht nur, eine Hypothek zu erhalten, sondern eine Struktur, die Ihr Projekt langfristig schützt.

Möchten Sie einen Kauf zur Vermietung, eine Renditeliegenschaft oder eine künftige Mietimmobilienanlage in der Schweiz analysieren? Eine Einschätzung mit einem Hypothekenberater ermöglicht es, Ihre Kreditfähigkeit zu prüfen, Kreditgeber zu vergleichen und die Nettorentabilität vor einer Verpflichtung zu schätzen. Bei einer Mietinvestition kann dieser Schritt einen teuren Fehler vermeiden und Sie einer wirklich kontrollierten Entscheidung näherbringen.

Disclaimer: Die Zahlenbeispiele dienen nur zur Illustration. Sie ersetzen keine persönliche Analyse, die Kanton, Steuerprofil, Zustand der Immobilie, nachhaltige Mieten, Kreditgeber, Hypothekarkonditionen und Ihre Vermögenssituation berücksichtigt. Zinsen, Vergaberegeln, Steuerabzüge und Erwerbskosten können sich ändern. Keine Information in diesem Artikel stellt ein Finanzierungsangebot, eine individualisierte Steuerberatung oder eine Renditegarantie dar.

Verwendete Quellen: Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Reform der Wohneigentumsbesteuerung und Inkrafttreten per 1. Januar 2029; ch.ch, Besteuerung von Immobilien und Abzugsgrundsätze; FINMA, Dossier Hypothekarmarkt und Überwachung der Risiken im Zusammenhang mit Renditeliegenschaften.

Autor : Jean
Hypothekenexperte
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